Stellungnahme zum Boykott der Heimspiele

In den letzten Wochen gab es für die regionalen Medien nur ein Thema: Die angeblich stark zunehmende Gewalt rund um die Heimspiele des FC Aarau sowie neue Repressionsmassnahmen durch die Polizei. Aufgrund der Pauschalisierungen der gesamten Szene Aarau als „einen Haufen Chaoten“ durch die Vereinsführung, sah sich die Fanszene gezwungen ein Zeichen zu setzen und dem Spiel gegen Vaduz aus folgenden Gründen fernzubleiben:

Pauschalisierung der Fanszene
Es ist für uns absolut unverständlich, weshalb die Vereinsführung die Szene Aarau im Gesamten als Chaoten bezeichnet und der Gewalt beschuldigt: „In den letzten Jahren habe man immer wieder und periodisch das Gespräch gesucht, sogar den Fans Anreize gegeben und Choreografien mitfinanziert. Doch das hat nichts genützt. Es geht nur, wenn man härter vorgeht.“, sagte unlängst ein Mitglied der Geschäftsleitung gegenüber den lokalen Medien.

Wir können nicht nachvollziehen, weshalb Gewalt und Repression in einem Atemzug mit Fansitzungen und Choreospenden genannt werden. Zusätzlich hat uns die Vereinsführung in den letzten Jahren das Gefühl gegeben, dass die Sitzungen sinnvoll waren. Die Gespräche wurden zu keinem Zeitpunkt von Seiten der Szene Aarau abgelehnt. Die Szene Aarau war und ist immer offen für Gespräche mit der Vereinsführung. Wir können nicht im Geringsten nachvollziehen, weshalb diese Aussagen nun öffentlich widerrufen werden.

Dem FC Aarau scheint zudem bewusst, dass nur ein Bruchteil der Stadiongänger potentiell gewaltbereit ist. Dennoch verurteilt er eine ganze Fanszene und stellt diese unter Generalverdacht: „Die 0,4 Prozent (Anm.: Dies entspricht beim aktuellen Zuschauerschnitt von 4‘686 Fans ca. 19 Personen) der Gewalttätigen im Stadion haben vom FCA null Rückendeckung.“

Sicherheitskosten & Vergangene Vorfälle
Ohne Zweifel haben Vorfälle wie gegen den FC Basel oder den FC St. Gallen hohe Sicherheitskosten verursacht. Aus Sicht der Fanszene hat das Sicherheitskonzept des Vereins und der Sicherheitsorgane gegen den FC Basel versagt (ungenügende Absperrung, zu spätes Einschreiten der Polizei). Wir möchten klarstellen, dass von der Szene Aarau – auch beim Platzsturm – keinerlei Aggressionen ausgegangen sind und wir keinen Zusammenhang zwischen entstandenen Kosten und der Szene Aarau erkennen können. Im Gegenteil: Die Fanszene wurde für ihr Verhalten von der Vereinsführung gelobt!

Gegen den FC St. Gallen boykottierten die Gästefans das Spiel, um gegen die hohen Eintrittspreise zu protestieren. Noch während des Spiels bewegten sich die Gästefans in Richtung Innenstadt. Es ist uns bis heute ein Rätsel, weshalb dies den Gästefans gewährt wurde. Die Machtlosigkeit und die Fehleinschätzung der Sicherheitsorgane wirken erschreckend (und naiv) – dies trotz hohem Kosten- und Personalaufwand. Auch in diesem Fall gingen keine Aggressionen von der Fanszene aus.

Wir wehren uns dagegen, für die gestiegenen Sicherheitskosten verantwortlich zu sein. Sowohl Polizei wie auch die SFL verursachen stetig steigende Kosten durch höhere Aufgebote sowie strengere Vorschriften bei der Lizenzerteilung.

Der Vorfall am Bahnhof Aarau vom November 2014 ereignete sich nicht an einem Spieltag des FC Aarau. Die Szene Aarau als loser Zusammenschluss von Personen kann schlichtweg nicht die Verantwortung für Aktionen einzelner Exponenten in deren Freizeit und ohne Zusammenhang zum Fussball übernehmen.

Angstmacherei
Die Vereinsführung macht uns dafür verantwortlich, dass sich Familien und Frauen weniger oder nicht mehr an die Spiele im Brügglifeld trauen. Es ist für uns unerklärlich, weshalb vom Verein solche Unwahrheiten verbreitet werden. Bei jedem Heimspiel sind im und rund um den Fanblock Kinder anwesend, die sich das Spiel anschauen und/oder auch Getränkekartons sammeln und so ihr Taschengeld aufbessern. Auch in den Extrazügen, welche von der Fanszene ohne Unterstützung des Vereins organisiert werden, reist eine beachtliche Zahl an Familien mit Kindern mit.

Aufruf zum Denunziantentum
Der zynische Höhepunkt der Medienmitteilung des Vereins stellt letzendlich der Aufruf zum Denunziantentum durch das Filmen und Fotografieren von möglicherweise strafbaren Handlungen durch andere Fans dar. Wenn sogar Regierungsrat Urs Hofmann diese Strategie als nicht zielführend einschätzt, erübrigt sich ein Kommentar von unserer Seite. Es ist viel mehr der Beweis einer unprofessionellen und überforderten Kommunikationsabteilung beim FC Aarau.

Die oben erwähnten Punkte sind für uns als Szene Aarau, welche den FC Aarau mit viel Herzblut und Freizeit unterstützt, nicht tragbar. Wir kritisieren die öffentliche Darstellung der Szene Aarau durch die Vereinsführung und werden aus diesem Grund den weiteren Heimspielen bis auf Weiteres ebenfalls fernbleiben. Auswärts unterstützen wir unseren FC Aarau wie gewohnt lautstark und farbenfroh.

Medienanfragen werden nicht beantwortet.

Szene Aarau
Aarau, 20. Februar 2015

Mitteilung im PDF-Format anzeigen

Besuch Abschlusstraining

Am kommenden Wochenende steht eines der wichtigsten Spiele dieser Saison an. Darum besuchen wir morgen Samstag das Abschlusstraining der 1. Mannschaft: Das Training beginnt um 13.45 Uhr und findet im Brügglifeld statt:

  • Besammlung spätestens bis 13.30 Uhr beim Restaurant Sportplatz (neben dem Stadion)
  • Unbedingt Fahnen und Doppelhalter mitnehmen

Bitte weitersagen!